Das Matrizensystem

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Das seit 1897 in der Plattenherstellung angewandte Wachsgussverfahren wurde 1922 vom Matrizensysten, dem sogenannten Vater-Mutter-Sohn-Verfahren, abgelöst. Hierdurch wurde eine effiziente Vervielfältigung möglich, da die Matrizen wiederverwendet werden können, die Wachsgussformen jedoch bei jedem Kopiervorgang zerstört worden sind.

Die dadurch vorhandenen Matrizen-Angaben (zumeist Matrix genannt) können dabei wichtige Informationen enthalten, welche auf den Zeitpunkt und dem Ort der Herstellung schließen lassen. Diese befinden sich stets in der sogenannten Auslaufzone im nicht bespielten Bereich nach dem Ende des letzten Musikstückes und dem Label (Vinyl) bzw. dem transparenten Teil um das Mittelloch (CD/DVD).

Die Erfassung der Matrizen-Angaben sind zwar nicht Teil der Dateneingabe, sie sollten aber dennoch Berücksichtigung in den weiteren Infos finden. Insbesondere wenn EAN-Code, Katalognummer und das Artwork identisch sind, lassen sich zumeist nur hierdurch unterschiedliche Auflagen erkennen. Auch befinden sich dort bei digitalen Tonträgern (CD/DVD) die seit 1994 verwendeten SID- bzw. IFPI-Codes, welche Rückschlüsse auf den Hersteller des CD-Master und/oder das eigentliche Presswerk zulassen.


Auf manchen (digitalen) Tonträgern sind außerdem weitere Information mechanisch aufgebracht, wie z.B. von einander getrennte Zahlen (1-2-3 oder 2:3, aber auch M2S3). Diese Zahlenkombination gibt an, um welche Kopie es sich zur Herstellung dieses jeweiligen Tonträgers beim Vater-Mutter-Sohn-Verfahren handelt (weitere Infos/Quelle):

  • Vater (engl.: father) - auch: Metal-Master
    • Erste Negativkopie vom Glasmaster (CD/DVD) bzw. der Matrize (Vinyl).
  • Mutter (engl. mother)
    • Erste Positivkopie, welche ein Abbild der Negativkopie (Vater) ist. Durch Fertigung mehrerer dieser Positivkopien (bis zu 50 Kopien) können mehrere Maschinen gleichzeitig zur Pressung genutzt werden und die Vater-Matrize wird zudem geschont.
  • Sohn (engl. son) - auch: Stamper
    • Von der Mutter-Matrize, welche als Positivkopie vorliegt, werden schließlich weitere Negativkopien (sogenannte Stamper) gefertigt, welche dann für sämtliche Pressungen bzw. Nachpressungen verwendet werden. Diese Sohn-Matrizen halten etwa 5 oder mehr Jahre.


Bei drei Zahlen steht demnach die 1. Zahl für die Vater-Matrize, die 2. Zahl für die Mutter-Matrize und die 3. Zahl für die Sohn-Matrize. Bei nur zwei Zahlen fehlt die Angabe der Vater-Matrize.

2-3 (bzw. 2:3 oder M2S3) bedeutet somit, dass der Tonträger vom dritten Stamper (Sohn) der zweiten Positivkopie (Mutter) hergestellt worden ist. Gleiches bedeutet auch die Zahlenkombination 1-2-3, wobei hier zusätzlich noch angegeben ist, welche erste Negativkopie genutzt worden ist. In diesem Fall wäre es eben die erste Vater-Matrize. Die Zahlenkombination 1-1-1 (bzw. 1:1 oder M1S1) stellt somit die bestmögliche Qualität dar, da es sich hierbei um die erste Pressung einer Auflage handelt. Die Bezeichnung als Erstauflage sollte dabei nicht mit der Besonderheit "Erstauflage" für den Tonträger verwechselt werden.


Weichen lediglich diese mechanisch aufgebrachten Informationen, dazu gehören auch die beiden letzten Stellen eines eventuell vorhandenen SID-Codes für das Presswerk, vom Rest der Matrizen-Daten ab, so stammen die Tonträger offensichtlich aus der selben Produktion. Falls es sonst keine Unterscheidungen gibt, sollte von der Erfassung eines neuen Datensatzes abgesehen werden!